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Der Weg durch den Lübbener Hain – oder wie weiter mit der neu gedachten Mobilitätsachse

Was ist ein Beschluss einer Stadtverordnetenversammlung und die Meinung von mündigen Bürgern noch wert?

Da haben sich Bürger von Lübben mit den Stadtverordneten und Fachleuten in einem langen Prozess eine Meinung gebildet und letztendlich den Beschluss gefasst, wie und auf welchem Wege man zukünftig trockenen Fusses, mit oder ohne Mobilitätshilfe, oder Rollstuhl durch den Hain zwischen Stadt und Bahnhof sich bewegen kann.

Es ist keine preiswerte Variante aber sicherlich die sinnvollste Variante für alle. In den bisherigen Planungen vor Ort war der Naturschutz mit einbezogen. Hinweise und eingebrachte Bedenken (z.b. Ökobrücke – bei dunklem Asphalt wärmen sich die Kriechtiere auf diesen Wegen auf und werden durch Radfahrer überfahren) wurden beachtet und weitgehendste ausgeräumt. Der neue Belag wird eine drei Meter breite und ca. vier cm dicke asphaltähnliche Schicht sein. Der Belag wird in einem hellgelben Ton, Kiesfarben, angelegt. So wie bereits schon auf dem Fußweg am Spreeufer. Notfalls könnte dieser Weg auch von Rettungsfahrzeugen genutzt werden können. Man war sich einig eine gute, praktische und auch dem natürlichen Charme des Hain folgende Lösung erarbeitet zu haben. Ein jahrelanges Kümmernis wäre beseitigt.

Aber Nein, Denkste!

Auf einmal meldet sich das „Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände“ mit Sitz in Potsdam und spricht sich gegen einen Beschluss in Lübben aus. Mehr noch, alle Gesprächsangebote wurden ohne jegliche Begründung in kompromissloser Art und Weise abgelehnt, so auch am letzten Mittwoch. Hier sollte mit dem verantwortlichen Planungsbüro, dem Bauausschuss und Mitarbeitern der Stadt vor Ort eine Lösung gesucht werden. Auch dieses Ansinnen wurde ohne jede Begründung abgelehnt. Das Agieren dieses Büros lässt den Eindruck aufkommen, dass man sich hier als alleiniger Schützer und Kenner des Naturschutzes betrachtet. Es zählt nur die eigene Position, jeder andere Vorschlag wird abgelehnt und gleichzeitig droht man mit Klage. Sieht so der neue Naturschutz aus? Die Wahrheit scheint wohl eine andere, diese Verfahrensweise vom dem Landesbüro spielt die Interessen der Bürger gegen Interessen des Naturschutzes aus. Bei der Baustelle der zukünftigen Gigafabrik von Tesla ist man erst kürzlich mit solch einer Position gescheitert. Kurz gesagt ist dieses Verhalten desaströs.

Als zuständiger Bauausschuss und die Stadtverwaltung haben sich geeinigt den Beschluss zur Mobilitätsachse umzusetzen, notfalls wird man mit dem Landesbüro juristisch in Diskurs gehen.

R. Krüger, Stadtverordneter, Fraktion „DIE LINKE.“