Ein Lübben, so wie wir es nicht wollen

Am 05.12.2015 fand, nach einem in allen Haushalten Lübbens verteilten Fleyeraufrufs, eine Demonstration, organisiert von konservativen, rechtspopulistischer Initiatoren, auf dem Marktplatz statt. Neben besorgten Argumenten, die alle Bürger unseres Landes zum gegenwärtigen Umgang mit Flüchtlingen bewegen, standen hier Hasstiraden gegen die Politik der Bundesregierung im Vordergrund. Das wurde auch durch den Inhalt des Fleyers im Vorfeld zum Ausdruck gebracht. Neben bedenklichen Tönen, die jeden realistisch denkenden Menschen unseres Landes im Zusammenhang mit der Flüchtlings – und Terrorproblematik bewegen, zeigte sich hier wieder die Zielrichtung der unsachlich vorgetragenen Positionen, die in den einzelnen Diskussionsbeiträgen der Redner gegen die Asylpolitik in den bekannten, teilweise rechtsradikalen Parolen, lautstark zum Ausdruck gebracht wurden. Von den ca. 400 Teilnehmern waren gut 4/5 die nicht aus Lübben stammten und zur Demo nach Lübben herangebracht wurden. Sicherlich, auch wenige Einwohner der Stadt Lübben darunter, die sich besorgt mit den berechtigten Gegenwartsproblemen beschäftigen. Von den Rednern auf der Tribüne jedoch nur antidemokratische Angriffe in bekanntem Stil und keinerlei Lösungsansätze, wie diese Probleme auf breiter gesellschaftlicher Basis gelöst werden können.

SN850160Dagegen stellten sich ca. 200 Lübbener und aus der Umgebung, die gemeinsam unter dem Dach der Kirche einer Andacht in der Paul-Gerhardt-Kirche ihre Haltung gegen solche inszenierten Demos zu Ausdruck brachten und ihr Bekenntnis zu einer Pro-Asylpolitik bekundeten. Leider war nur eine geringe Teilnahme unserer Stadtverordneten zu verzeichnen. Im Anschluss begaben Sie sich zur Katholischen Kirche und gingen dann auf dem Vorplatz der der Paul-Gerhard-Kirche zurück. Sie stellten dort ihre mitgeführten Kerzen als Bekenntnis zur Solidarität mit den Menschen auf, die vor Krieg und Terror hier eine neue Bleibe suchen und diskutierten wie sie zur Lösung der auf uns weiter zu kommenden Aufgaben in einem demokratischen Konsens beitragen können.R.Krüger

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