Die Flüchtlingskrise trifft auch Lübben

k-BildLena 098Es steht außer Frage, unser Land hat eine humanitäre Verpflichtung. Das ist noch immer ein Grundkonsens unserer Gesellschaft. Unser Land, dass ist keine abstrakte Größe, dass sind somit auch wir Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt Lübben.
Die Umsetzung und Bewältigung der damit zusammenhängenden und gewaltigen Herausforderungen, sind bis ins letzte Detail heute nicht absehbar.
Menschen verspüren von Natur aus Unbehagen vor Unbekanntem und Neuem. Nicht jeder sieht darin auch eine Chance und nicht für jeden wird es eine sein!
Goethe:“ Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen“.

Wirkliche Probleme müssen benannt werden dürfen, Ängste und Unsicherheiten müssen gerade auch von der Politik ernst genommen werden. Verharmlosung oder gar Ignoranz hilft dabei nur Wenigen.
Augenmaß, Sachlichkeit, Fairness und ein Bekenntnis gegen jede Form einer Radikalisierung sind die Mindestvoraussetzungen, um diese unvergleichlichen Herausforderungen als Gemeinschaft meistern zu können bzw. eine Spaltung unserer Gesellschaft nicht zuzulassen.

Ich bin mir sicher, dass sich die Lübbener Bürgerinnen und Bürger ihrer humanitären Verantwortung mehrheitlich stellen werden, sofern sie in diesem Prozess ernst genommen und einbezogen werden.

Ob jedoch das Vorgehen des Landkreises und seiner Vertreter dieser Leitlinie gerecht wird, ob die favorisierte Standortauswahl für einen angestrebten Integrationsprozess dienlich ist, die Größenordnung von 420 Plätzen tatsächlich auch durch die bestehende lokale und Infrastruktur unserer Stadt verkraftbar ist, inwiefern es tragbare Alternativen gibt oder auch das Agieren des Bürgermeisters umsichtig und klug waren, dass alles sind Fragen, die es Wert sind, ihnen sachlich auf den Grund zu gehen.

Als Fraktion haben wir uns daran beteiligt, die damit zusammenhängenden grundsätzlichsten Fragen im Konsens mit allen anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zu formulieren und zur Beantwortung an die zuständigen Behördenvertreter auf die Reise zu schicken.